Warum man heute historischen europäischen Schwertkampf betreibt ist in meiner Doktorarbeit nach wie vor eine meiner Kernfragen, wenn nicht sogar die Kernfrage.
Und genau in dieser Frage bin ich einen Schritt weiter gekommen.
Man muss nicht forschen, um zu wissen, dass die Motivation dafür von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist und man muss nicht lange forschen, um herauszubekommen, dass viele gar nicht sagen können, warum sie Schwertkampf machen.
Es ist halt irgendwie cool und macht halt irgendwie Spaß.
Inzwischen sehe ich, dass sich Cluster bilden lassen, die folgende Eigenschaften (meist in Kombination) am Schwertkampf besonders schätzen (nicht wundern, manches widerspricht sich):
- Schwertkampf ist frei von Ideologie
- Schwertkampf ist etwas womit man sich identifizieren kann
- Schwertkampf gibt einen realistischen Zugang zum Mittelalter
- Schwertkampf vermittelt Werte, die in unserer Gesellschaft fehlen
- Schwertkampf ist männlich
- Schwertkampf macht nicht jeder
- Schwertkampf dient der eigenen Selbstverwirklichung
Klingt noch ein wenig verworren und/oder banal, aber für mich war es eine wichtige Erkenntnis zu erleben, dass ich einem Trainer sagen konnte, dass er tut was er tut weil er im Training einen Rahmen findet, in dem er die Welt so gestalten kann wie er will. Mit dem Ziel auch die Welt außerhalb des Trainings zu verändern.
Das ist nicht auf den Schwertkampf beschränkt, aber ein Teil davon.
Ein Randprodukt meiner Doktorarbeit über die HEMA-Szene und zeitgenössische Schwertkunst in Deutschland
Montag, 6. Juni 2011
Samstag, 12. Februar 2011
Schwert auf Reisen
Nachdem ich mit den ersten Interviews begonnen habe, musste ich promt die Gliederung meiner Dissertation leicht umschmeißen. Erstens wird immer deutlicher, dass ich die Beschäftigung mit dem Schwert zwar nach wie vor in die drei großen Bereiche Sport, Rollenspiel und Schow einteilen kann, das das aber zu kurz greift. Reenactment/Living History beansprucht einen eigenen Teil und überhaupt sind die Meinungen und Ziele innerhalb der Szene(n) zu breit gefächert, als dass ich sie guten Gewissens in drei bis vier Kategorien pressen könnte. Der neue Plan ist mit den 4 großen Kategorien anzufangen und dann anhand einzelner 'Alleinstellungsmerkmale' an den Rändern der Skala weiterzuarbeiten, d.h. einzelne Leute, die bewusst keine Gruppe um sich wollen vs. Deutschlandweite Gruppierungen, Gruppen, die sich streng an die Quellen halten vs. solche, die kein Problem haben sich von den Quellen zu lösen etc.
Vielleicht wird's keine solche Gegenüberstellung, aber so bekomme ich ein gutes Spektrum hin, denke ich.
Und weil ich eh schon am ändern war, habe ich beschlossen den historischen Teil auf ein Minimum zu beschränken. Entweder ich schreibe eine eigene Arbeit über die Entwicklung des Schwertes und den Umgang damit, oder ich verzerre das Bild. H.P. Hils hat die Gefahr aufgezeigt, die dadurch entsteht. Das Schwert wurde in verschiedenster Form von verschiedenen Leuten auf unterschiedlichste Weise verwendet. Es gab eben nicht nur den 'Ritter' mit 'seiner' Waffe. Da haben auch noch viele andere mitgemischt und das heute entwirren zu wollen überlasse ich lieber den Experten.
Aber um auch noch dem Titel dieses Eintrags Rechnung zu tragen: 2011 werde ich viel auf Reisen sein. Wie die alten Meister *hüstel* *hüstel*. Ich hab ein wenig Angst davor, aber ich freue mich auch schon tierisch darauf. Angst nicht nur, weil es bedeutet auf gut gewappnete und gut ausgebildete Leute zu stoßen, sondern auch, weil mir bewusst geworden ist, dass ich damit zum Teil meine Zukunft bestimmen werde. Ich werde schließlich nicht nur durch die Gegend fahren und mir Sachen ansehen. Ich werde Verbindungen zu Menschen knüpfen, die mir wahrscheinlich was bedeuten werden und ich werde mich vor einem interessierten Publikum als derjenige exponieren, der sich anmaßt etwas über die Schwertkampszene(n) sagen zu wollen.
Eine Verantwortung, die ich sehr ernst nehme.
Vielleicht wird's keine solche Gegenüberstellung, aber so bekomme ich ein gutes Spektrum hin, denke ich.
Und weil ich eh schon am ändern war, habe ich beschlossen den historischen Teil auf ein Minimum zu beschränken. Entweder ich schreibe eine eigene Arbeit über die Entwicklung des Schwertes und den Umgang damit, oder ich verzerre das Bild. H.P. Hils hat die Gefahr aufgezeigt, die dadurch entsteht. Das Schwert wurde in verschiedenster Form von verschiedenen Leuten auf unterschiedlichste Weise verwendet. Es gab eben nicht nur den 'Ritter' mit 'seiner' Waffe. Da haben auch noch viele andere mitgemischt und das heute entwirren zu wollen überlasse ich lieber den Experten.
Aber um auch noch dem Titel dieses Eintrags Rechnung zu tragen: 2011 werde ich viel auf Reisen sein. Wie die alten Meister *hüstel* *hüstel*. Ich hab ein wenig Angst davor, aber ich freue mich auch schon tierisch darauf. Angst nicht nur, weil es bedeutet auf gut gewappnete und gut ausgebildete Leute zu stoßen, sondern auch, weil mir bewusst geworden ist, dass ich damit zum Teil meine Zukunft bestimmen werde. Ich werde schließlich nicht nur durch die Gegend fahren und mir Sachen ansehen. Ich werde Verbindungen zu Menschen knüpfen, die mir wahrscheinlich was bedeuten werden und ich werde mich vor einem interessierten Publikum als derjenige exponieren, der sich anmaßt etwas über die Schwertkampszene(n) sagen zu wollen.
Eine Verantwortung, die ich sehr ernst nehme.
Montag, 31. Januar 2011
Interviews und anderes Zufechten
Je mehr Interviews ich führe, desto klarer wird mir, wie wenig ich weiß.
Obwohl die Schwertkampfszene nun wirklich nicht riesig ist, beherbergt sie mehr individuelle Ansichten als ich angenommen habe. Ist halt nicht alles Langes Schwert und der Versuch Liechtenauer und Co. zu verstehen. Nein, da gibt es alles von den Jungs mit Langsaxen bis zu den Leuten, die vor dem Training ihre Weste zuknöpfen und dann den Regenschirm schwingen. Auch das kann historische europäische Kampfkunst sein.
Deshalb habe ich beschlossen, dass es klüger ist, mich nicht auf zwei oder drei repräsentative Gruppen für die großen Bereiche Schwertkampf im Sport, als LARP und auf der Bühne zu beschränken, sondern zu versuchen ein Spektrum an Meinungen anhand der Extrempositionen zu beschreiben.
Außerdem beginnt meine Dreiteilung zu bröckeln, es gibt nämlich auch Trainer, die historisches Fechten nochmal vom historischen Fechten als Sport abgegrenzt haben möchten. Und in der Rollenspiel/Schlachtenszene hab ich mich auch noch zu wenig umgehört. Mal sehen, wie es da weitergeht.
Außerdem überlege ich zur Befriedigung meines verletzten Egos dem Text meiner Dissertation nicht nur eine Danksagung voran zu stellen, sondern auch eine rituelle Verfluchung an alle, die sich zu fein dafür sind.
Deshalb hier schon mal mein Dank an diejenigen, die mir ein wenig ihrer Zeit geopfert und/oder mich eingeladen haben mir von ihnen eins auf die Mütze geben zu lassen. 2011 komm ich mindestens bis nach Hamburg hoch und hoffentlich auch wieder mit allen Gliedmaßen zurück.
In dem Sinne hier schon mein Dank an meine bisherigen Interviewpartner:
Elmar B.
Peter T.
Marcus H.
Markus W.
Peer M.
Obwohl die Schwertkampfszene nun wirklich nicht riesig ist, beherbergt sie mehr individuelle Ansichten als ich angenommen habe. Ist halt nicht alles Langes Schwert und der Versuch Liechtenauer und Co. zu verstehen. Nein, da gibt es alles von den Jungs mit Langsaxen bis zu den Leuten, die vor dem Training ihre Weste zuknöpfen und dann den Regenschirm schwingen. Auch das kann historische europäische Kampfkunst sein.
Deshalb habe ich beschlossen, dass es klüger ist, mich nicht auf zwei oder drei repräsentative Gruppen für die großen Bereiche Schwertkampf im Sport, als LARP und auf der Bühne zu beschränken, sondern zu versuchen ein Spektrum an Meinungen anhand der Extrempositionen zu beschreiben.
Außerdem beginnt meine Dreiteilung zu bröckeln, es gibt nämlich auch Trainer, die historisches Fechten nochmal vom historischen Fechten als Sport abgegrenzt haben möchten. Und in der Rollenspiel/Schlachtenszene hab ich mich auch noch zu wenig umgehört. Mal sehen, wie es da weitergeht.
Außerdem überlege ich zur Befriedigung meines verletzten Egos dem Text meiner Dissertation nicht nur eine Danksagung voran zu stellen, sondern auch eine rituelle Verfluchung an alle, die sich zu fein dafür sind.
Deshalb hier schon mal mein Dank an diejenigen, die mir ein wenig ihrer Zeit geopfert und/oder mich eingeladen haben mir von ihnen eins auf die Mütze geben zu lassen. 2011 komm ich mindestens bis nach Hamburg hoch und hoffentlich auch wieder mit allen Gliedmaßen zurück.
In dem Sinne hier schon mein Dank an meine bisherigen Interviewpartner:
Elmar B.
Peter T.
Marcus H.
Markus W.
Peer M.
Mittwoch, 19. Januar 2011
Montag, 10. Januar 2011
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