Es waren 24 Teilnehmer u.a. von MSK, Europäische Schwertkunst, den Gladiatores, Schwertkampf Ochs und anderen Gruppen da, daneben eine ganze Handvoll Zuschauer.
Es standen zwei Hallen mit Kampfflächen von je 7 x 7 Metern zur Verfügung, die Vorrundenkämpfe fanden parallel statt, ab dem 8el-Finale nur noch in einer Halle.
Zu Beginn des Turniers wurden die Teilnehmer in die Gruppen A - F
eingelost, worauf man darauf geachtet hat, dass gleiche Schulen nicht in der gleichen Gruppe waren. Weiter kamen die 1. und 2. aus jeder
Gruppe, daneben die besten vier Dritten. Danach gab es eine neue Auslosung und die Kämpfe liefen bis zum Finale durch. Für den 3. Platz gab es einen eigenen Kampf. Mit Pausen ging das Ganze von ca. 13 Uhr bis ca. 19 Uhr.
Das Punktesystem sollte möglichst einfach sein und die Kämpfer dazu animieren Doppeltreffer zu vermeiden. Beides hat ziemlich gut hingehauen. Da es für jeden Kampf einen Hauptschiedsrichter gab (im Finale sogar 2) und 4 'Linienrichter' bestand zumindest in der Vorrunde immer Mangel an Kampfrichtern, aber es war kein Problem sich ein Fähnchen zu schnappen und einzuspringen. Obwohl da vorher nichts eingeteilt wurde, hat das reibungslos funktioniert. 2 Linienrichter waren jeweils für einen der beiden Kämpfer zuständig und haben darauf geachtet, wann und wo dieser einen Treffer abbekommen hat. Das hat anfangs zu Verwirrungen geführt, weil die Linienrichter mit den blauen Fähnchen den Arm hoben, wenn der blaue Kämpfer eins abbekommen hat, der Hauptkampfrichter aber "Punkt für rot" sagen musste. Hört sich einfach an, ist es aber nicht ^__^
Treffer auf die Extremitäten gaben einen "Vorteil", d.h. einen halben Punkt, danach wurde aber weitergekämpft. Erst nach zwei Vorteilen oder einem Treffer auf Kopf oder Rumpf wurde der Kampf unterbrochen. Ein Übertreten der Linie galt auch als ganzer Punkt. In der Vorrunde wurde bis 3 Punkte gekämpft, bzw. bis 3 Doppeltreffer, bei denen der Kampf dann unentschieden endete und keiner Punkte bekam. Ist aber so weit ich weiß nur einmal vorgekommen. Je näher es an das
Finale ranging, desto mehr Punkte musste man sich holen, wobei die Zahl der erlaubten Doppeltreffer aber gleich blieb.
Der Hauptkampfrichter hat den Kampf nach einem Punkt mit seiner Trillerpfeife unterbrochen, bzw. versucht zu unterbrechen, denn immer wieder waren Kämpfer so sehr in Aktion, dass sie das nicht mitbekommen haben.
Gekämpft wurde mit Fechtfedern oder flexiblen Metallschwertern, wobei die meisten Fechtfedern hatten. Die Kämpfe waren sehr unterschiedlich. Vor allem in der Vorrunde waren ein paar sehr schnell vorbei, im
Finale gabs einen richtigen Krimi, da gings dann nur noch um einen halben Punkt, wobei auch die Doppeltreffer schon ausgereizt waren. Auch vom Niveau waren die Kämpfe sehr unterschiedlich. Ich hab ein
paar wunderschöne Angriffe im Indes gesehen aber auch zwei oder drei üble Gerangel, bzw. "Ich schmeiß dich einfach aus dem Ring"-Aktionen.
Verletzungen gab es meines Wissens keine, die über die üblichen dicken Knöchel, Prellungen und angeritzte Haut hinausgegangen wären. Das Spektakulärste war ein blutiges Kinn nach einem Stich auf die Maske.
Mich hat es am Daumen erwischt, weil ich genau zwischen zwei Polstersegmente meines Handschuhs getroffen wurde.
Insgesamt war die Stimmung sehr gut und das Turnier war explizit als Freundschaftsturnier angekündigt, das dazu dienen soll, weitere Kontakte zu schaffen. Es wurde ein gemeinsames Freikampftraining angeregt, weil es in den meisten Vereinen immer nur ein paar Leute gibt, die gerne Freikampf machen und man sich da schon in- und auswendig kennt.
Zusammengafasst: Schön war's, die Stimmung war super und ich hab wieder einiges gelernt. Wer organisiert das nächste offene Turnier? ^__^
Ein Randprodukt meiner Doktorarbeit über die HEMA-Szene und zeitgenössische Schwertkunst in Deutschland
Dienstag, 5. Februar 2013
Sonntag, 21. Oktober 2012
Schwerttagung Freiburg 19. / 20.10.2012
Zusammenfassung Schwertsymposium
Freiburg 19./20. Oktober 2012
Panel 1
Vom Panel 1 am Freitag ist bei mir
nicht viel hängen geblieben, z.T. weil ich mit etwas Verspätung
eingetroffen bin und z.T., weil mich die Epoche(n) nicht so sehr
interessiert haben.
Aber immerhin hab ich gelernt:
- dass die Schwerter der Griechen von
den „Barbaren“ beeinflusst wurden, sich aus den gebogenen
Vorbildern aber eigene Formen entwickelten.
- dass man aufpassen sollte, wann man
„Damaszierung“ und wann „Musterschweißen“ sagt und dass
Schwerter, die einen Kern aus miteinander verdrehten und
verschweißten Eisen/Stahltäben nicht gut sind, weil sie so
hergestellt wurden, sondern obwohl sie so hergestellt wurden.
- Dass Schwerter immer wieder repariert
und umgestaltet wurden und dass man dabei nicht immer zimperlich
umgegangen ist.
Den Abschluss des 1. Panels bildete der
Vortrag von Roland Warzecha und Ingo Petri über über den Wandel der
Form / Funktion vom Spatha zum mittelalterlichen Schwert mit
deutlicher Kreuzform.
Sie demonstrierten, dass ein in der
Mitte gehaltener flacher Rundschild sich leicht auf die eine oder
andere Seite drücken lässt, also nicht dazu verwendet wurde einen
Schlag abzufangen, sondern den Gegner mit der Schildkante
anzugreifen. Dadurch war das Schild vor einem Angriff immer vorn und
die Schwerthand durch den Schild geschützt.
Ein gebogener Schild bot aber mehr
Schutz gegen Speere und Pfeile. Er konnte dafür schlecht als
Offensivwaffe eingesetzt werden und blieb nah am Körper. Die
Schwerthand war also beim Angriff ungeschützt und die Parierstange
musste einen Teil der Schutzwirkung des Schwerts übernehmen.
→ Ein Schwert konnte optimal auf
seine Verwendung abgestimmt werden.
Es stimmt übrigens nicht, dass
Schwerter mit breiter Spitze nicht zum Stechen geeignet sind, sie
bleiben nur nicht so schnell in Knochen stecken …
Panel 2
Da soll noch einer sagen Schwertkämpfer
wären verrückt. Als erstes hab ich hier gelernt, dass man seinem
Bronzeschwert mit vergorenem Eigenurin eine Patina geben kann (wenn
man das denn unbedingt will …) und es wurde darüber diskutiert,
was es für einen Sinn macht Bronze mit Gold zu Tauschieren, wenn die
beiden Materialien poliert die gleiche Farbe haben.
Außerdem standen als „Vogelbarken“
bezeichnete Verzierungen auf unenfelderzeitlichen Vollgriffschwertern
auf dem Plan und die Stempelmarken auf Schwertern der Latènezeit.
Bei beiden kann man wild über Bedeutungen und Gründe spekulieren.
Danach ging es um die Kultschwerter aus
dem Mithraskult, u.a. ein Theaterschwert mit Bügel, dass man sich um
die Brust schnallen konnte, so dass es von der Seite aussah als wäre
man durchbohrt worden.
Panel 3
Die praktische und symbolische
Bedeutung des Schwerts im Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pombeius
machte den Anfang von Panel 3. Unter Cäsars Soldaten amüsierte man
sich darüber, dass die Soldaten von Pompeius angeblich so eitel
seien, also befahl ihnen Cäsar auf die Gesichter der Feinde zu
zielen.
Interessant fand ich auch den Vortrag
über den Schwerttanz auf mittelalterlichen Bilddenkmälern. In der
Germania wird ein Schwerttanz beschrieben, aber der hat wenig
Ähnlichkeiten mit den modernen Schwerttänzen. Allerdings ist auch
nicht klar, was die Germanen mit ihrem Schwerttanz gemacht haben.
Übung? Initiationsritus? Volksbelustigung?
Danach ging es um Beschreibungen von
Schwertern in der Fachprosa ihrer Zeit wobei hier noch weniger
eindeutige Quellen zur Verfügung stehen als bei den Techniken.
Im Anschluss wurde die
Erfolgsgeschichte von Schwert und Buckler vorgestellt, wobei der
Buckler mehr oder weniger bis heute im Einsatz ist.
Den Vortrag über die sprachlichen
Aspekte in den Fechtbüchern kannte ich schon, aber Matthias Bauer
erzählte diesmal nicht nur was über die dialektalen und
geheimsprachlichen Eigenheiten sondern plädierte auch dafür sich in
der wissenschaftlichen Beschäftigung auf eine korrekte Schreibweise
zu einigen.
Den Abschluss des Panels bildete der
Vortrag über den Bürger und das Schwert, in der die Fechtkultur der
Städte im ausgehenden Mittelalter vorgestellt wurde. Damals waren
Fechtschulen so verbreitet wie heute Fussballspiele und jeder Bürger
hatte ein Schwert und andere Waffen im Haus.
Panel 4
Hier wurden weitere Fragen aufgeworfen.
Z.B. was es bedeutete, dass man wahrscheinlich in der Hallstattzeit
auch Frauen mit Schwertern bestattet hatte. Waren die Schwerter ein
Attribut der Frau oder desjenigen, der sie betrauerte? Zumindest ist
klar geworden, dass die Vorstellung von einem Schwertadel als
Vorläufer des Rittertums nicht haltbar ist, da es kaum kleine Kinder
gab, die mit hohem Aufwand bestattet wurden. Ergo wurde der Status
nicht vererbt, man musste ihn sich erwerben.
Danach wurde die Kulturgeschichte des
Schwerttragens vorgestellt und zwar des speziellen Schwerttragens vor
einem König. Das war wohl schon immer ambivalent. Einerseits war es
ein Ehrendienst, andererseits machte man damit deutlich, dass man
sich unter den Herrscher stellte.
Interessant war auch die Entwicklung
der mittelalterlichen Rittererhebung, die wahrscheinlich in Flandern
mit Schwertumgürtung ihren Anfang nahm und sich dann mit Anleihen an
kirchliche Riten weiterentwickelte.
Die Vorstellung meiner Doktorarbeit
bildete den Abschluss.
Zusätzlich gab es einen Abendvortrag
vom Schmied / Künstler Peter Johnsson, der seine Methode vorstellte,
die richtigen Proportionen einen Schwerts zu ermitteln. Dabei
bediente er sich eine Quadrats in einem Kreis, der einen Durchmesser
hatte, der der Länge des Griffs entsprach. Wenn man in das Quadrat
einen weiteren Kreis setzt und immer so weiter kommt man mit ein paar
weiteren mathematischen Tricks auf alle Maße des Schwerts von der
Länge bis zur Anfangsbreite der Klinge, dem Durchmesser des Knaufs
usw.
Gut fand ich, dass Peter immer wieder
darauf hingewiesen hat, dass diese Methode zwar für Ihn
funktioniert, man aber nicht zu sehr nach Mustern suchen darf, weil
man sie sonst bestimmt findet.
Am Sonntag konnte man in einem Dojo
selbst aktiv werden, aber ich bin bereits Samstags abgereist.
Das Niveau war durchweg hoch und neben
(Nachwuchs)wissenschaftlern aus Philologie, Archäologie,
Geschichtswissenschaft usw. waren auch Schmiede, Schwertkämpfer und
Sammler anwesend.
Mittwoch, 22. August 2012
Trainigszusammenfassung 20. August
Ja, es war sehr, sehr warm, aber zum Glück können Holzschwerter nicht schmelzen und fangen an zu rauchen, bevor sie in Flammen aufgehen ...
Nachdem ich am Samstag kurz mit Rosanna und Maxl im Englischen Garten trainiert habe und mir aufgefallen ist, dass wir eine deutlich voneinander abweichende Meinung haben, was die richtige Anfangsdistanz betrifft, wollte ich mir das noch mal genauer anschauen.
Eine Antwort auf die Frage wie nah zu nah ist, habe ich zwar immer noch nicht, aber immerhin eine neue nützliche Übung, mit der man gleich mehrere Sachen trainiert.
Übung:
Wir haben uns in einer Entfernung aufgestellt in der wir uns ohne Schritt nicht erreichen und dann lustig aufeinander losgehauen. Natürlich mit ein paar Regeln. Immer nur ein Schlag, kein unkontrolliertes Loslassen und immer schön auf Teile zielen, die bei einem Treffer nicht so arg kaputt gehen können - also auf den Oberarm.
Aufgabe des Angreifer war es mit voller Geschwindigkeit loszuschlagen, um den Verteidiger zu erwischen.
Der Verteidiger durfte sich logischerweise nicht treffen lassen und ist dafür einfach einen Schritt zurückgegangen. Als Bonus konnte er auch einfach nur stehen bleiben, wenn der Angriff eh zu kurz war.
Ergebnis:
Der Angreifer merkt schnell, wodurch er sich verrät. Zuerst die Spannung erhöhen oder mit dem Schritt beginnen funktioniert nicht. Das Schwert muss sich als erstes bewegen, alles andere ist (zumindest bei uns) zu langsam.
Als Verteidiger war ich überrascht, wie leicht ich aus der Reichweite des Angreifers kommen konnte. Es gab zwar Leute, die extrem weite Schritte gemacht haben, aber nach den ersten Treffern konnte ich mich drauf einstellen und sie haben mich auch bei maximaler Geschwindigkeit nicht mehr erwischt.
Nachdem ich am Samstag kurz mit Rosanna und Maxl im Englischen Garten trainiert habe und mir aufgefallen ist, dass wir eine deutlich voneinander abweichende Meinung haben, was die richtige Anfangsdistanz betrifft, wollte ich mir das noch mal genauer anschauen.
Eine Antwort auf die Frage wie nah zu nah ist, habe ich zwar immer noch nicht, aber immerhin eine neue nützliche Übung, mit der man gleich mehrere Sachen trainiert.
Übung:
Wir haben uns in einer Entfernung aufgestellt in der wir uns ohne Schritt nicht erreichen und dann lustig aufeinander losgehauen. Natürlich mit ein paar Regeln. Immer nur ein Schlag, kein unkontrolliertes Loslassen und immer schön auf Teile zielen, die bei einem Treffer nicht so arg kaputt gehen können - also auf den Oberarm.
Aufgabe des Angreifer war es mit voller Geschwindigkeit loszuschlagen, um den Verteidiger zu erwischen.
Der Verteidiger durfte sich logischerweise nicht treffen lassen und ist dafür einfach einen Schritt zurückgegangen. Als Bonus konnte er auch einfach nur stehen bleiben, wenn der Angriff eh zu kurz war.
Ergebnis:
Der Angreifer merkt schnell, wodurch er sich verrät. Zuerst die Spannung erhöhen oder mit dem Schritt beginnen funktioniert nicht. Das Schwert muss sich als erstes bewegen, alles andere ist (zumindest bei uns) zu langsam.
Als Verteidiger war ich überrascht, wie leicht ich aus der Reichweite des Angreifers kommen konnte. Es gab zwar Leute, die extrem weite Schritte gemacht haben, aber nach den ersten Treffern konnte ich mich drauf einstellen und sie haben mich auch bei maximaler Geschwindigkeit nicht mehr erwischt.
Dienstag, 14. August 2012
Vortrag von Devon Boorman darüber wie man eine erfolgreiche Schwertschule gründet
Hier ein paar Gedanken, die ich beim Vortrag von
Devon Boorman über das Thema "Wie man eine erfolgreiche Schule führt"
mitgeschrieben habe. Devon ist einer der kommunikativsten Leute die ich
kenne, es lohnt sich mit ihm den ein oder anderen Gedanken
auszutauschen.
Er hat vor 8 Jahren die Academia Duello
in Vancouver (Kanada) gegründet und der Laden läuft so bewundernswert
erfolgreich, dass er die eine oder andere Sache richtig gemacht haben
muss. Vielleicht kann man sich ja was von ihm abschauen.
Die Schule: Über das vergangene Jahr sind ungefähr 2000 Leute zur Schule gekommen, ungefähr 200 davon regelmäßig.
Neben
Devon gibt es 24 Trainer und die Schule ist Fr-Sa teilweise von 7 Uhr
(Dampf ablassen und dann ins Büro) bis spät abends geöffnet.
In der letzten Wirtschaftskriese konnte sich die AD ein Gebäude
mitten in Vancouver sichern und hat da neben Trainingsbereichen auch ein
Museum mit verschiedenen Themenschwerpunkten eingerichtet.
Philosophie: "Martial Arts to help people realize what they
are capable of". Devon hat einen starken Coaching / Mentoring -
Hintergrund, der vor allem bei Stunden mit einem personal Trainer zum
Tragen kommt. Ansonsten wirken sich die Werte der Schule vor allem auf
das Angebot aus: Keiner wird ausgeschlossen, den Schülern wird ein
extrem strukturiertes Training angeboten (Devon konnte jetzt schon
sagen, was für ein Training an einem beliebigen Tag nächstes Jahr
stattfinden wird), die Struktur ist wichtiger als die Person (d.h.
selbst wenn Devon morgen beschließt, dass er keine Lust mehr auf die
Schule hat wird sie weiterlaufen) und die gelehrten Techniken richten
sich nach dem Ideal einer "reconstructionist autenticity" und nicht
nach einer "revivalionist autenticity", d.h. es wird von historischen
Quellen ausgegangen, aber Lücken ohne Bedenken gefüllt.
Die Trainingsinhalte der AD sind frei verfügbar, Devon hat keine
Angst, dass ihm jemand was klaut und seine Schüler abspenstig macht.
Gelernte Lektionen:
Devon hatte den ein oder anderen Rückschlag was die Finanzen anbelangt,
weil er sich auf Leute verlassen hat, die nicht wussten, was sie tun.
Bei Versicherungen, Finanzberatung und Rechtsbeihilfe ist er nicht mehr
bereit zu sparen und auch nicht bereit völlig die Verantwortung
abzugeben. Denn wenn hier was im Argen liegt, dann kann das die gesamte
Schule gefährden.
Wenn die richtigen Strukturen da sind, können Leute kommen und
gehen. Mit den richtigen Strukturen werden sie aber auch nicht gehen
wollen. Deswegen ist für Devon das Halten von Trainern / Schülern
wichtiger als die Anwerbung von neuen. Dafür gibt es u.a. einen festen
Lehrplan für Schüler und regelmäßige Treffen für Trainer.
Daneben hat Devon angemerkt, dass es zwar das coolste der Welt ist
sein Geld damit zu verdienen eine Schwertkampfschule zu führen, aber
nichts für Leute, die nur Schwertkampf machen wollen und mit Orga nichts
am Hut haben.
Marketingstrategie: Das wichtigste Werkzeug
für die Werbung sind Aktionen und öffentliche Trainings. "Gebt den
Leuten ein Schwert in die Hand und sie werden sofort merken, ob Ihnen
das gefällt". Printwerbung macht die AD höchstens vor Feiertagen, um
Trainingsgutscheine verkaufen zu können. Ansonsten sind der
Onlineauftritt und die sozialen Netzwerke wichtig. Zitat eines neuen
Schülers: "Eure Werbung war die erste, die ich auf Facebook überhaupt
beachtet habe."
Devon kommt aus der TV-Branche hat da also noch einige Kontakte, die er bedienen kann.
Das
Beeindruckendste war für mich aber der Marketingkalender. Jeden Monat
finden festgelegte Veranstaltungen / Aktionen statt. Entweder was, das
sich anbietet wie Feste, oder wenn man sich nirgends dranhängen kann ein
eigenes Training irgendwo in der Öffentlichkeit.
Dabei haben sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene ihren Platz,
um zu zeigen, dass jeder Schwertkampf machen kann und dass auch jeder
beeindruckend gut werden kann, wenn er Lust hat.
Kurse: Die
Academia Duello bietet diverse Kurse in den unterschiedlichsten
HEMA-nahen Bereichen an, vom Bogenschießen bis zum Bartitsu. Anders als
bei uns wird man kein Vereinsmitglied, sondern kauft ähnlich wie bei
einer VHS einzelne Kurse oder Trainingszeiten, z.B. 4 Stunden im Monat.
Es gibt unterschiedliche Preismodelle von "Du hilfst uns die Halle zu
putzen und kommst dafür umsonst rein" bis "Flatline für völlig
Verrückte". Die Kurse sind teilweise nur 45 Minuten lang, aber Schüler
sind selbst für Aufwärmen / Abdehnen verantwortlich und können meist
mehrere Stunden, die thematisch zusammenpassen aneinanderhängen. Für
jeden Kurs gibt es eine Video-Zusammenfassung der Themen, die der
Trainer nutzen kann um seine Stunde vorzubereiten oder die ein Schülern
sich anschaut, um sich daran zu erinnern. Außerdem kann man sich
anmelden um auf sämtliche Videos zuzugreifen und hat damit so was wie
einen Fernkurs im Schwertkampf etc.
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